In seinen sehr Interessanten Auslegungen (Über das Priestertum 6,5.10 und über den 1. Korintherbrief, 25,3) macht Johannes Chrysostomus deutlich, wie wichtig die Nächstenliebe im Kontrast zu allen “mönchischen” Alltagsriten zu werten ist:
“… Ich vermag nicht zu glauben, dass derjenige gerettet werden kann, der sich überhaupt nicht um das Heil des Nächsten kümmert. Hat es doch jenem Bedauernswerten (vgl. Matthäus 25,24 ff.) gar nichts genützt, dass er sein Talent nicht verminderte; sondern weil er es nicht vermehrte …, hat er es vollständig eingebüßt.
… Denn nichts vermag uns so zu Nachahmern Christi zu machen wie, wenn wir uns um den Nächsten kümmern. Wenn du auch fastest, auf dem nackten Boden schläfst, …, dich aber um den Nächsten nicht sorgst, so hast du immer noch nichts Großes vollbracht, sondern befindest dich mit solchen (asketischen) Leistungen noch in weitem Abstand von diesem (Vor-) Bild…”






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